44. Hagener Symposium 2026

26./27. November 2026

„Resilienz in der Veränderung“

Tagungsort und Tagungsbüro
Stadthalle Hagen, Wasserloses Tal 2, 58093 Hagen

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Über das Hagener Symposium

Fachveranstaltung für Innovationen und Anwendungen in der Pulvermetallurgie

Das Hagener Symposium ist eine bedeutende Fachveranstaltung im Bereich der Pulvermetallurgie, die Experten, Forscher, Studierende und Fachleute aus der Industrie zusammenbringt. Seit mehr als vier Jahrzehnten bietet das Symposium eine etablierte Plattform für den Austausch von Wissen, neuesten Technologien und Entwicklungen in diesem hochspezialisierten Gebiet.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Fachleute aus der Industrie, sondern auch an Wissenschaftler, Nachwuchsforscher und Studierende, die sich mit der Pulvermetallurgie und ihren vielfältigen Anwendungen auseinandersetzen. Von den neuesten Innovationen in der Elektromobilität und Windkraft bis hin zu den Fortschritten in der Medizintechnik – das Symposium deckt eine breite Palette zukunftsweisender Themen ab.

Neben hochkarätigen Vorträgen und Diskussionen bietet das Hagener Symposium auch umfangreiche Möglichkeiten zur Vernetzung. Eine begleitende Ausstellung ermöglicht den direkten Austausch mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die ihre aktuellsten Produkte und Technologien vorstellen. Für Studierende und Interessierte aus dem Fachbereich ist dies eine einmalige Gelegenheit, in direkten Kontakt mit führenden Experten der Pulvermetallurgie zu treten und Einblicke in zukunftsweisende Forschungsfelder zu gewinnen.

Vorwort und Programm

„Pulvermetallurgie: Resilienz in der Veränderung“

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich derzeit rasant: Lieferketten, Energiepreise, Materialverfügbarkeit und Markterwartungen sind in Bewegung. Gerade unter diesen Voraussetzungen rücken die Vorteile der pulvermetallurgischen Fertigung, wie hohe Materialeffizienz und Ressourcenschonung, wieder stärker in den Fokus. Die komplexe, global ausgerichtete Zulieferstruktur und das sich verändernde Marktumfeld stellen die Branche seit Jahrzehnten vor große Herausforderungen, die mehrfach zu Krisen und tiefgreifenden Marktveränderungen führten, welche jedoch mit bemerkenswerter Kreativität und technologischer Innovationskraft beantwortet wurden. Das 44. Hagener Symposium widmet sich daher unter dem Titel „Pulvermetallurgie: Resilienz in der Veränderung“ aktuellen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen. Im Fokus stehen Herausforderungen, neue Lösungs-ansätze sowie konkrete Entwicklungen aus Produktion, Technik und Forschung.
Wie gewohnt bietet das Programm eine breite Werkstoffpalette: von Sinterstählen über Hart- und Refraktärmetalle bis hin zu NE-Metallen und Magnetwerkstoffen. Trotz der Vielfalt eint sie eine ähnliche Prozesskette – entsprechend widmet sich das Symposium auch Beiträgen zu Presstechnik, Additiver Fertigung, Wärmebehandlung sowie Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit den wertvollen Rohstoffen. Die Vorträge ermöglichen sowohl erfahrenen Expertinnen und Experten als auch neuen Teilnehmenden wertvolle technische Einblicke, die Möglichkeit „über den Tellerrand“ zu blicken und geben ausreichend Anstoß für fachlichen Austausch.
Ein Höhepunkt ist die Verleihung des SKAUPY-Preises an Dr.-Ing. Jürgen Cornelius (INTECO melting and casting technologies GmbH) in Anerkennung seines langjährigen Engagements für den Wissenstransfer und die Vernetzung im Expertenkreis „Metallpulvererzeugung“. Zum dritten Mal spielt die Postersession wieder eine zentrale Rolle: Sie bietet jungen Forschenden aus Wissenschaft und Industrie eine ideale Möglichkeit, ihre Projekte und aktuelle Ergebnisse einem fach- und praxiskundigen Publikum vorzustellen. Eingebettet ist sie in eine umfangreiche technische Ausstellung, in der Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Leistungsfähigkeit präsentieren. Zusammen bieten Postersession und Ausstellung für Jung und Alt eine hervorragende Kombination aus Wissensvermittlung, Vernetzung und unmittelbarem Einblick in die neuesten Trends der Pulvermetallurgie in Wissenschaft und Praxis.

 

 

 

 

Donnerstag, 26.11.2026

9.00 h Begrüßung und Eröffnung
Prof. Dr.-Ing. Christoph Broeckmann, RWTH Aachen – IWM
Vorsitzender des Ausschusses für Pulvermetallurgie
9.15 h Laudatio SKAUPY-Preisträger 2026
J. Ekert, Höganäs Germany GmbH, Laufenburg
9.30 h SKAUPY-Vortrag: Verdüsung metallischer Schmelzen - Entwicklung und Trends zur Metallpulverherstellung

Dr.-Ing. Jürgen Cornelius, INTECO melting and casting technologies GmbH, Bruck a.d. Mur/Österreich

Zur Herstellung von Metallpulvern werden unterschiedliche Technologien eingesetzt, u.a. die Verdüsung mithilfe eines Zerstäubungsmediums wie z.B. Gas, Wasser oder unter Zuhilfenahme von Rotationsenergie. Der Bedarf an gut fließfähigen und sauerstoffarmen Metallpulvern wächst stetig und wird durch unterschiedliche Prozessvarianten der Gasverdüsung bedient, wobei das Ziel die Maximierung der Ausbeute bestimmter Pulverfraktionen ist. Dabei spielt die Minimierung des Einsatzes von Zerstäubungsgas bei optimierter Produktionskapazität eine wachsende Rolle. Entscheidend sind hierbei nicht nur die Geometrie der Gasdüse, das Verdüsungsgas und deren Temperatur, sondern auch die Eigenschaften der Metallschmelze, wie z.B. Oberflächenspannung oder Viskosität. Zur Optimierung von Gasverdüsungsprozessen werden Simulationen der Primär- und der Sekundärzerstäubung durchgeführt, deren Einflussgrößen bewertet und durch reale Zerstäubungsergebnisse validiert und angepasst. Aktuelle Entwicklungen zum Einsatz von Heißgas sowie zur Morphologieoptimierung der Metallpulver werden vorgestellt.

10.00 h Greybox-Ansätze zur Verschleißprognose beschichteter Zerspanwerkzeuge

Prof. K. Bobzin, RWTH Aachen – IOT, Aachen

Die verlässliche Verschleißprognose beschichteter Zerspanwerkzeuge bietet ein hohes Potenzial zur Effizienzsteigerung und Ressourcenschonung in der industriellen Zerspanung. Allerdings ist die Verschleißprognose aktuell nur unzureichend bzw. in engen Grenzen möglich. Einen vielversprechenden Ansatz stellt die Kombination physikalischer Modelle (Whitebox) mit datengetriebenen Modellen des maschinellen Lernens (Blackbox) dar. Die so entstehende Greybox vereint die Stärken beider Ansätze und bietet damit großes Potential für verlässlichere und wissensbasierte Prognosen. Im Vortrag werden aktuelle Ergebnisse aus der interdisziplinären Forschung vorgestellt.

10.30 h Kurzpräsentation einzelner Aussteller, anschließend Besichtigung der Ausstellung und Kaffeepause
11.30 h Pulverpressen unter sich verändernden technologischen und industriellen Rahmenbedingungen

B. Ries, Element Six GmbH, Burghaun

Der Beitrag untersucht die Entwicklung der Wertschöpfung im Pulverpressprozess anhand eines konstant gefertigten Hartmetallstiftes als technologischer Referenz. Die Analyse zeigt die wesentlichen Technologietransitionen von mechanischen über hydraulische zu servoelektrischen Pressen sowie die zunehmende Bedeutung leistungsfähiger Handling Systeme. Zunehmend beeinflussen Mehrkavitätenwerk-zeuge, Schnellspansysteme, Reinigungs-systeme, Simulationen, Big Data und KI die Produktivitätssteigerung. Parallel veränderten sich industrielle Rahmenbedingungen durch verbindliche Qualitäts‑, Umwelt‑, Arbeits- und Nachhaltigkeitsstandards. Der Vortrag zeigt, welche Faktoren relevant sind, und beschreibt darauf aufbauend den aktuellen Stand sowie mögliche nächste Schritte in Technologie und Organisation.

 

12.00 h Digitales Design optimaler Wärmebehandlungen für pulvermetallurgische Produkte

Dr. G. Seifert, Fraunhofer HTL, Bayreuth

Für Sinterwerkstoffe aller Art – egal ob metallisch oder keramisch – ist eine wohldosierte Wärmebehandlung ein zentraler Schlüssel zu hoher Produktqualität und Produktionseffizienz. Je nach Werkstoff, Formgebungsverfahren und Anteil organischer Hilfsstoffe kann entweder der Schritt der thermischen Entbinderung oder die Schlussphase der Sinterverdichtung besonders kritisch und fehlerträchtig sein. Eine Lösung bietet das digitale Design der optimalen Wärmebehandlung am Computer. Dazu wird auf Basis präziser In-Situ-Messungen am konkreten Werkstoff ein digitales Prozessmodell erstellt, in dem auch individuelle Bauteilgeometrie und Ofensituation abgebildet werden. Damit werden eine material- und bauteilspezifische Analyse und Optimierung der Wärmebehandlung möglich. Das digitale Modell kann auch als kundenspezifische App kompiliert werden. Aktuell in Entwicklung sind reduzierte Modelle, die ein vollautomatisches Prozessdesign ermöglichen werden.

12.30 h Circular Economy beim Wolfram als Keimzelle für neue Geschäftsfelder

Dr. J. Meese-Marktscheffel, H.C. Starck Tungsten GmbH, Goslar

Das Recycling wolframhaltiger Hart- und Weichschrotte, die bis zu 20% Cobalt sowie typischerweise diverse metallische Zusätze (Binde- und Dotierelemente), wie Ni, Fe, Cu, Mn und Cr, Mo, V, Nb, Ta, Ti neben einer Vielzahl anderer Verunreinigungen, enthalten, ist seit über 100 Jahren integraler Bestandteil der Wolframproduktion im Goslarer Stammwerk der H. C. Starck Tungsten. Aktuell laufen mehr als 80% der in Goslar produzierten Wolframeinheiten im tausende Tonnen-Maßstab über Recycling. Dieser strategische Fokus auf Recycling in Kombination mit ausgeprägten Erfahrungen in der großtechnischen Fertigung von Ni- und Co-basierten Kathodenaktivmaterialien für wiederaufladbare Batterien eröffnet die Option für ein komplett neues Geschäftsfeld im Batteriesektor: die Aufarbeitung sogenannter Schwarzmassen. Schwarzmasse lässt sich nach mechanischer Vorbehandlung aus end-of-life Lithium-Ionen-Batterien auf Ni/Co-Basis gewinnen und enthält ein ganz ähnliches Portfolio an Metallen und Verunreinigungen wie die Schrotte in der Wolfram-Wertschöpfungskette.

13.00 h Kurzpräsentation einzelner Aussteller
13.15 h Mittagessen und Besichtigung der Ausstellung
14.30 h Poster-Kurzvorträge

Maßgeschneiderte Mikrostruktur und magnetische Eigenschaften von hoch Ce substituierten gesinterten Permanentmagneten
Sc. Marius Böttler, Hochschule Aalen

Entbinderungs- und Ausgasverhalten von additiv gefertigten 17-4PH-Bauteilen
Daniel Gruner, Fraunhofer IKTS Dresden

Einfluss von WC–Co-Substrateigenschaften auf die mechanische und tribologische Leistungsfähigkeit von PVD-Beschichtungen
Hannes Joost, GFE Schmalkalden

Korrosionsbedingte Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften von WC–6CoHartmetallen
Atieh Koochakiabkenar, RWTH Aachen – IWM, Aachen

WC-CoCr-beschichtete Grundkörper als Möglichkeit für den effizienten Einsatz von wertvollen Rohstoffen
Jan Peters, TU Dortmund – ISF, Dortmund

Schwingfestigkeit von 17-4PH – ein Vergleich zwischen der MIM- und der MBJ-Prozessroute
Marc Aurel Rubelius, GKN Powder Metallurgy GmbH, Bonn

15.30 h Posterausstellung mit Diskussion (Foyer Stadthalle) sowie Besichtigung der Ausstellung und Kaffeepause
16.30 h Recycling von Permanentmagneten auf Basis seltener Erden - Aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse

Prof. C. Burkhardt, Hochschule Pforzheim, Pforzheim

Der Beitrag behandelt aktuelle Entwicklungen im Recycling von Permanentmagneten, insbesondere seltenerdhaltigen NdFeB-Magneten, und verortet diese im Kontext des EU Critical Raw Materials Act, der ambitionierte Ziele für europäische Förderung, Verarbeitung und Recycling vorgibt. Im Mittelpunkt steht der
Vergleich von konventionellem „Long-Loop“-Recycling (Magnet zu RE-Oxid) mit „Short-Loop“-Ansätzen wie HPMS („Magnet zu Magnet“), die Wertschöpfung und Materialintegrität besser erhalten und weniger energie- und prozessintensiv sind. Der Vortrag zeigt, dass recycelte NdFeB-Magnete deutlich geringere CO₂-Emissionen aufweisen als Primärmagnete, wobei HyProMag-Prozesse im Bereich von rund 1,2-6,9 kg CO₂e/kg liegen und Strom der dominierende Emissionstreiber ist. Zentrale Herausforderungen sind die sehr niedrige Nd-Recyclingquote, die Vielfalt von End-of-Life-Magneten, fehlendes Design for Recycling und unzureichende Sammel- und Demontagestrukturen. Dem begegnen Entwicklungsprojekte durch systematische Demontage- und Datenprogramme, automatisierte Demontage, Design-for-Recycling-Richtlinien, neue Pulveraufbereitungsprozesse sowie Scale-up-Aktivitäten hin zur kommerziellen Produktion recycelter Magnete.

17.00 h Wolfram & Cobalt - Zwei kritische Rohstoffe, Resilienz in der Lieferkette

Dr. S. Geroldinger, Wolfram Bergbau- und Hütten AG, St. Martin i. S./Österreich

Wolfram und Cobalt sind Elemente, auf deren Basis viele moderne Technologien wirtschaftlich ermöglicht werden. Im Zeitalter der Hartmetallwerkstoffe bilden sie die Basis für eine hocheffiziente produzierende Industrie. Die als Hartmetall bezeichnete Verbindung aus Wolframcarbid und Cobalt kombiniert ansonsten unerreichte Härte und Zähigkeit. Gerade jüngste Preisentwicklungen und Verfügbarkeit am Wolframmarkt seit Februar 2025 zeigen, wie relevant Wolfram für die gesamte Wertschöpfungskette ist und welche Verwerfungen ausgelöst werden können, wenn sich ein Parameter unvorhergesehen verändert. Chinas Dominanz am Weltmarkt zeigt umso mehr die Wichtigkeit resilienter Lieferketten, um diese stabil und gefüllt zu haben. Weniger dramatisch, aber ebenso signifikant, zeichnet sich das Bild bei Cobalt ab. Dieser Beitrag soll anhand des Beispiels „mineralischer untertägiger Bergbau“ zeigen, wie durch die Verarbeitung von primärem Rohstoff und gezieltes Sammeln und Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen eine Basis dafür geschaffen wird. Heute schon sind durch unterschiedliche Prozessstufen, Trennung und Wiedervereinigung von Co und W und präzisem Einsatz von maßgeschneidertem Wolframcarbid und Zinkregenerat Nachhaltigkeit und hohe Qualität sowie Versorgungssicherheit gegeben. Resilienz in der Lieferkette braucht flexible Prozessketten von Primär- und Sekundärrohostoff, die nachhaltig umgesetzt sind, Nebenprodukte statt Abfälle, die wiederum Kreisläufe bedienen und enge Kooperation innerhalb der regionalen Wertschöpfungsketten. Im Bergbau schließt sich mit Wolframkonzentrat, Cobaltkonzentrat und Hartmetallschrott der Hartmetallkreislauf. Versorgungssicherheit kann nur durch Bergbau als Grundversorgung und Wiedereinbringen von gebrauchten Werkzeugen in das funktionelle Recycling gewährleistet werden. Anwendungen, die keinen Rücklauf ermöglichen, machen es umso wichtiger, nachhaltigen und bewussten Umgang mit primären und sekundären Rohstoffen zu leben.

17.30 h Ende des ersten Tages
19.30 h Mercure Hotel: Geselliger Abend (Einlass 19.00 Uhr, Anmeldung erforderlich, nur in Verbindung mit Teilnahme am Hagener Symposium)

Freitag, 27.11.2026

9.00 h Additive Fertigung von Kupfer und Kupferlegierungen - Trends, Herausforderungen und Anwendungen

Dr. T. Studnitzky, Fraunhofer IFAM Dresden, Dresden

Die additive Fertigung von Kupfer und Kupferlegierungen hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Lange konzentrierte sich die Forschung dabei nahezu ausschließlich auf das laserbasierte Pulverbettschmelzen (PBF-LB). Andere Verfahren, wie das elektronenstrahlbasierte Pulverbettschmelzen (PBF-EB) oder sinterbasierte Technologien, wurden hingegen nur sporadisch untersucht. Durch neue Anforderungen, insbesondere im Bereich der Hochleistungskühlung, der Energietechnik sowie der Elektromobilität, hat das Interesse an weiteren Lösungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik, beleuchtet die wesentlichen Herausforderungen und zeigt zukünftige Anwendungsfelder auf.

 

9.30 h Materialkreislauf von Wolfram in den Anwendungen als Refraktärmetall und als Bestandteil im Schneidwerkzeug

P. Strebler, Ceratizit S.A., Mamer/Luxemburg

Wolfram und Molybdän sind theoretisch nahezu unbegrenzt recycelbar. Schlüsselwerkstoffe, wie z.B. Mo- und W-Halbzeuge, sind wichtig für Hochtemperaturanwendungen, elektrotechnische Komponenten, aber auch für WC-Co basierte Hartmetalle für die Metall-, Holz- und Gesteinsbearbeitung. Für eine entsprechende rückwärtsintegrierte Rohmaterial-Wertschöp-fungskette adressiert die Plansee Group die EU-Benchmarks des Critical Raw Materials Act über eine dreisäulige Rohstoffstrategie: Schrottsammlung, Recyclingtechnologien und Minen-Offtakes. 2025 lieferte die Plansee Group 14.200 t Wolfram als Primär‑, Zwischen‑ und Endprodukte und deckte damit rund 12% des weltweiten Wolframbedarfs. Für1 t Wolfram müssen etwa 250 t Erz bewegt werden; Recycling ist daher zentral auch für Nachhaltigkeit. Im Geschäftsjahr 2024/25 stammten 91% des Wolframinputs für WC-Co basierte Hartmetalle aus Schrotten und End‑of‑Life‑Produkten. Für Molybdän wird die Kreislauffähigkeit über Rücknahme, Aufbereitung und Zweitnutzung als Stahl‑Legierungszusatz erhöht: die Molybdän‑Kreislaufquote beträgt 26% (GJ2024/25) bei einem Ausnutzungsgrad >99%; >75% des eingesetzten Mo und stammt als Nebenprodukt aus dem Kupferabbau.

 

10.00 h Nutzung von Umformeffekten bei manganlegierten Sinterstählen für Zahnräder

Dr. R. Steinlechner, Miba Sinter Austria GmbH, Vorchdorf/Österreich

Pulvermetallurgisch hergestellte Zahnräder werden heute nach dem Sintern an den Funktionsflächen durch Querwalzen oberflächenverdichtet und anschließend thermochemisch, durch Gas- oder Niederdruckaufkohlen, oberflächengehärtet. Eine Alternative, zumindest für mäßig belastete Bauteile, stellt die Verfestigung der Oberfläche durch Verformung dar, insbesondere die verformungsinduzierte Austenit-Martensit-Umwandlung, das sogenannte TRIP-Verhalten, wodurch die Prozesskette verkürzt und der CO2-Footprint reduziert werden könnte. Dafür eignen sich höher Mn-legierte Sinterstähle, die aus Pulvermischungen hergestellt
werden. Die hier vorgestellte Studie zeigt, dass Ausgangspulver, Mn- und C-Gehalt sowie die Sinterparameter sorgfältig gewählt werden müssen, um insbesondere den Sauerstoffgehalt der Sinterkörper und die oberflächliche Mn-Abdampfung unter Kontrolle zu halten. Systematische Umformversuche haben gezeigt, dass die TRIP-Umwandlung einer Oberflächenverdichtung entgegenwirkt, d.h. Verdichtung und Umwandlung müssen nacheinander erfolgen. Dies konnte durch Variation der Temperatur erreicht werden, da die Stapelfehlerenergie, die den TRIP-Effekt steuert, stark temperaturabhängig ist. Kombinationen von Kaltwalzen und Warmumformung haben gezeigt, dass sich durch verdichtende Umformung bei leichterhöhter Temperatur und anschließende
Umformung bei Raumtemperatur randverdichtete Sinterkörper mit Oberflächenhärten >600 HV0.1 erreichen lassen, wobei diese Härten teilweise schon allein durch Kaltverfestigung des Austenits entstehen. 

10.30 h Besichtigung der Ausstellung und Kaffeepause
11.00 h Herausforderungen an silberbasierte Kontaktwerkstoffe im Rahmen der Elektrifizierung

Dr. C. Böhme, SAXONIA Technical Materials GmbH, Hanau

Pulvermetallurgische silberbasierte Kontaktwerkstoffe spielen als Funktionswerkstoffe in Schaltgeräten der Niederspannungstechnik eine entscheidende Rolle im Rahmen der zunehmenden Elektrifizierung und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Energieeffizienz in elektromechanischen Schaltgeräten der Niederspannungsenergietechnik fordert nicht mehr nur die Betrachtung von Anzugs- und Halteleistungen der Antriebe, sondern auch der Wärmeverluste aufgrund des elektrischen Innenwiderstands der Geräte, welcher wesentlich vom Übergangswiderstand der Kontakte dominiert wird. Daraus ergibt sich die Forderung nach Werkstoffen mit hohen Edelmetallgehalten. Die gleichzeitige Einführung hocheffizienter Motoren, z.B. IE3, und der Ersatz konventioneller Beleuchtungssysteme durch energiesparende LED-Technologie, verbunden mit stark steigenden transienten Strömen beim Einschaltvorgang, erhöhen die Forderung nach verschweißresistenten Werkstoffen und damit die Reduzierung des Edelmetallanteils. Dieser Trend zur Edelmetallreduktion wird durch die Volatilität der Edelmetallpreise weiter befeuert. Somit sind technologische Kompromisse zur Erfüllung der divergierenden Anforderungen gefragt.

11.30 h Seltene Erden: Chinas Marktmacht wächst - welche Antworten findet der Westen?

E. Damasceno-Hendrich, Tradium GmbH, Neu-Isenburg

Seltene Erden sind zentrale Vorprodukte für Hochtechnologien, Energiewende und sicherheitsrelevante Anwendungen. Eine Schlüsselrolle spielen Permanentmagnete auf Basis von Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) und Samarium-Cobalt (SmCo), etwa in Elektromotoren, Generatoren sowie Luft- und Raumfahrt. Obwohl Seltene Erden geologisch weltweit verfügbar sind, liegen die Engpässe vor allem in Aufbereitung, chemischer Trennung, Raffination und Magnetproduktion. Der Vortrag analysiert die aktuelle Marktsituation, die Ursachen westlicher Abhängigkeiten und mögliche Gegenstrategien – von Diversifizierung und neuen Raffinations- und Magnetkapazitäten bis zu strategischen Partnerschaften und Recycling. Zugleich wird eingeordnet, wie realistisch diese Ansätze angesichts technologischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Hürden sind.

12.00 h Neue Werkzeugbeschichtung als Schlüssel zum nachhaltigen Hartmetallschutz - Herausforderungen und Potenziale einer langjährigen Portfolioentwicklung

Dr. I. Iovkov, Oerlikon Surface Solutions AG, Balzers/Liechtenstein

Der Vortrag spannt den Bogen von der Schichtentwicklung über tribologische Herausforderungen bis zu Nachhaltigkeitsaspekten, erzielbaren Kosteneinsparungen und der heutigen Portfoliokomplexität. Im Fokus stehen PVD-Schichten, die das Hartmetall-Werkzeugsubstrat vor kritischen Verschleißmechanismen schützen und dadurch die Standzeit, die Produktivität und die Prozesssicherheit signifikant erhöhen. Zudem wird aufgezeigt, wie diese Innovationen zur effizienteren Nutzung knapper Hartmetall-Ressourcen beitragen und dadurch die Nachhaltigkeit im Zerspanungssektor fördern. Abschließend wird die steigende Komplexität des heutigen Beschichtungs-Portfolios mit Hinblick auf die Balance zwischen Vielseitigkeit und spezialisierte Schichtlösungen für anspruchsvolle Anwendungen diskutiert.

12.30 h Schlusswort
Dr. J. Schmidt, Boehlerit GmbH & Co. KG
12.45 h Mittagessen
13.30 h Ende der Veranstaltung bzw. Sitzung Programmausschuss 2027
Mitglieder des Programmausschusses 2026
Prof. Dr.-Ing. Dirk Biermann
Technische Universität Dortmund – ISF

Prof. Dr.-Ing. Christoph Broeckmann
RWTH Aachen – IWM/IAPK

Univ. Prof. i. R. Herbert Danninger
TU Wien, Institut für Chemische Technologien und Analytik

Dr.-Ing. Tim Gestrich
Fraunhofer IKTS Dresden

Univ. Prof. Dipl. -Ing. Dr. Christian Gierl-Mayer
TU Wien, Institut für Chemische Technologien und Analytik

Dr. rer. nat. Sebastian Boris Hein
Fraunhofer IFAM Bremen

Dipl.-Oec. Dirk Hölscheid
Fachverband Pulvermetallurgie e.V.

Dr.-Ing. Anke Kaletsch
RWTH Aachen – IWM

Dr.-Ing. Johannes Pötschke
Fraunhofer IKTS Dresden

Dr. Jürgen Schmidt
Boehlerit GmbH & Co. KG

Dr.-Ing. Markus Schneider
GKN Powder Metallurgy GmbH

Dr. Margarethe Traxler
Boehlerit GmbH & Co. KG

Dr. Annika Voigt
Fraunhofer IKTS Dresden

Prof. Dr.-Ing. Thomas Weißgärber
Fraunhofer IFAM Dresden

Programmausschuss

Prof. D. Biermann, TU Dortmund – ISF
Prof. M. Bram, FZ Jülich GmbH – IMD-2, Jülich
Prof. C. Broeckmann, RWTH Aachen – IWM, Aachen
Univ. Prof. i.R. H. Danninger, TU Wien/Österreich
Dr. T. Gestrich, Fraunhofer IKTS Dresden
Univ. Prof. C. Gierl-Mayer, TU Wien/Österreich
Dr. S. B. Hein, Fraunhofer IFAM Bremen
D. Hölscheid, Fachverband Pulvermetallurgie e.V., Hagen
Dr. A. Kaletsch, RWTH Aachen – IWM, Aachen
Dr. J. Pötschke, Fraunhofer IKTS Dresden (Vorsitz)
Dr. J. Schmidt, Boehlerit GmbH & Co. KG, Kapfenberg/Österreich
Dr. M. Schneider, GKN Powder Metallurgy Engineering GmbH, Radevormwald
Prof. T. Weißgärber, Fraunhofer IFAM Dresden

Begleitende Fachausstellung

Eine begleitende Ausstellung ermöglicht den direkten Austausch mit Ausrüstern, Zulieferern, Dienstleistern und Forschungseinrichtungen, die ihre aktuellsten Produkte und Technologien vorstellen.

Liste der Aussteller anlässlich des 44. Hagener Symposium 26./27.11.2026, Stadthalle Hagen

Falls Sie Interesse haben und einen Standplatz buchen möchten, so senden Sie bitte eine unverbindliche Anfrage per E-Mail an info@pulvermetallurgie.com.

Anmeldung

„Resilienz in der Veränderung“

26. bis 27. November 2026

 

Tagungsort und Tagungsbüro

Stadthalle Hagen
Wasserloses Tal 2, 58093 Hagen

* Pflichtfelder

Anmeldeformular

Teilnahmegebühren (bitte entsprechendes ankreuzen)

Tagungsband in gedruckter Form (Print on Demand) bis zum 30.09.2026 bestellbar.

Teilnahme "Geselliger Abend"

Teilnahme "Geselliger Abend" Studierende

5 + 15 =

Beachten Sie folgende Informationen

¹ einschl. Tagungsband „Pulvermetallurgie in Wissenschaft und Praxis“, Bd. 41 (nur PDF-Version), 2 Mittagessen, Pausengetränke, ohne „Geselliger Abend“
² einschl. 2 Mittagessen, Pausengetränke, Tagungsband (nur PDF-Version), ohne „Geselliger Abend“ (bitte senden Sie Ihren Studentenausweis an info@pulvermetallurgie.com)
³ Teilnahme begrenzt (nur in Verbindung mit Teilnahme am 44. Hagener Symposium)

Durch diese Anmeldung erklären Sie sich mit der Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zwecke der Veranstaltungsabwicklung und zur Veröffentlichung im Teilnehmerverzeichnis einverstanden. Es gelten die Datenschutzbedingungen sowie folgende Teilnahmebedingungen:
Eine Rechnung erhalten Sie nach Eingang Ihrer Anmeldung. Diese gilt gleichzeitig als Anmeldebestätigung. Durch diese Anmeldung erklären Sie sich mit der Speicherung Ihrer personenbezogenen Daten zum Zwecke der Veranstaltungsabwicklung und zur Veröffentlichung im Teilnehmerverzeichnis einverstanden. Im Rahmen der Veranstaltung sind die dann geltenden Hygienevorschriften/Hausordnungen des Veranstalters, der Stadthalle und des MERCURE Hotels Hagen zu beachten. Die Tagungsunterlagen mit Tagungsband (PDF bzw. Print on Demand) werden Ihnen zu Beginn der Veranstaltung ausgehändigt. Bei Ihrer Stornierung bis zum 30.10.2026 (Datum des Poststempels) wird Ihnen die Teilnahmegebühr abzgl. € 25,– für Bearbeitungskosten erstattet. Bei Ihrer Stornierung nach dem 30.10.2026 (auch aus Krankheitsgründen) kann leider keine Erstattung mehr erfolgen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, einen Ersatzteilnehmer zu benennen. Die Tagungsunterlagen werden Ihnen andernfalls nach Beendigung der Veranstaltung in elektronischer Form zum Download bereitgestellt oder zugesandt (bei Print on Demand-Tagungsband). Der Veranstalter behält sich das Recht vor, die Veranstaltung mit einer Frist von 14 Tagen abzusagen. Bis dahin gezahlte Gebühren werden in diesem Falle zurückerstattet. Weitergehende Entschädigungsleistungen werden in diesem Falle nicht gewährt.

Hagener Symposium

Das Hagener Symposium ist die führende Fachveranstaltung für Pulvermetallurgie, die Experten, Forscher und Studierende zusammenbringt. Es bietet eine Plattform für den Austausch über die neuesten Technologien und Innovationen in Bereichen wie Elektromobilität, Windkraft und Medizintechnik. Neben spannenden Vorträgen ermöglicht eine Ausstellung den direkten Kontakt zu führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Das Symposium wird vom Fachverband Pulvermetallurgie e.V. geschäftsführend ausgerichtet für den Gemeinschaftsausschuss Pulvermetallurgie und dessen fünf Trägergesellschaften.

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Kontakt

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Goldene Pforte 1 ● 58093 Hagen (Emst)
Telefon: +49 (0) 2331 958817
Telefax: +49 (0) 2331 958717
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